15.10.2015 - Fachexkursion der VSVI-Bezirksgruppe Altmark nach Karstädt zur Baustelle der BAB A 14, Magdeburg – Wittenberge – Schwerin, Abschn. 5

Die Herbst-Fachexkursion der VSVI-Bezirksgruppe Altmark führte am Donnerstag, 15.10.2015, nach Karstädt (Brandenburg) zur Baustelle der BAB A 14. Organisiert vom Vorstand der VSVI, erhielt das Vorhaben Unterstützung seitens der DEGES, vertreten durch die Bauüberwachung der IGS INGENIEURE GmbH & Co. KG. Mit 13 Teilnehmern erreichten wir gegen 13:00 Uhr den Treffpunkt an der Betriebswendeschleife des Abschnittes 5 bei Karstädt. 6° C, leichter Nieselregen und Nordwind waren keine optimalen Bedingungen für eine Informationsveranstaltung im Freien, aber mit der entsprechenden Kleidung waren wir gut gerüstet.
Die A14 zählt zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten, die derzeit in Ostdeutschland realisiert werden. Insgesamt sollen rund 157 Kilometer Autobahn entstehen und die Lücke zwischen der A2 am Kreuz Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und der A24 bei Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) schließen. Die Gesamtkosten für das Projekt werden mit knapp 1,3 Milliarden beziffert. Nach jahrelanger Planung begannen im Herbst 2013 im Land Brandenburg die Bauarbeiten für die Autobahn 14. Der symbolische Spatenstich am 28.10.2013 war der Start des ersten von insgesamt drei Abschnitten in der Prignitz. Das knapp elf Kilometer lange Stück zwischen Karstädt und Groß Warnow wird Ende des Jahres 2015 seiner Bestimmung übergeben.
Nach freundlicher Begrüßung durch die Herren Hajo Schütt, Bauoberleiter für die DEGES und Projektleiter der IGS an der A14 sowie Peter Memm, Bauüberwacher der IGS für die DEGES, ging es direkt auf die Piste – die sich als vierstreifige Fahrbahn mit Standstreifen im RQ 28 präsentiert.
Vom Ausgangspunkt, der AS Karstädt bei Bau-km 1+100, waren es nur 2 km bis zum ersten Bauwerk, der Talbrücke über die Löcknitzniederung. Mit 200 m Länge überquert die Brücke, unter Berücksichtigung der Auflagen für Gewässer und Arten, das europäische Schutzgebiet. Dazu musste die vorhandene B 5 in diesem Abschnitt verlegt und in deren Zuge eine neue Brücke errichtet werden.
Die Trasse der A 14 verläuft von hier aus in nordöstlicher Richtung – parallel zur Bundesstraße 5. Nur 2 km weiter, in kurzem Abstand, 2 Grünspangen – als Kombination aus Wirtschaftsweg und ökologisch wirksamen Grünstreifen.
Auf 1.945 m wurde die Gradiente abgesenkt und Lärmschutzwälle für die Ortslagen Garlin und Groß Warnow errichtet. Der Schutz vor Feinstaub wird durch die Begrünung der Trasse mit Gehölzen abgesichert.
Eine Grünbrücke über die A 14 und die B 5, mit einer ökologisch wirksamen Nutzbreite von 50 m für Hoch- und Niederwild, war das nächste imposante Bauwerk, das wir uns ansehen konnten.
Das nördliche Bauende des Abschnittes 5 wird durch die Anschlussstelle Gr. Warnow definiert. Auch hier erfolgte eine Umverlegung der B 5, in deren Zuge eine Straßen- und eine Grünbrücke errichtet wurden Der Neubau der B5 am BE ermöglicht den Anschluss an das bestehende Verkehrsnetz über einen Kreisverkehr, wie bei Karstädt.
Auf der B 5 ging es zurück zum AS Karstädt. Von den 3 neu gebauten Kreisverkehrs-plätzen entlang der B 5, wurde das Bauwerk mit Anschluss an die L 13, in Betonbauweise errichtet. Die Haltbarkeit, im Vergleich Asphalt und Beton, lässt sich so unmittelbar überprüfen.
Bis zur endgültigen Fertigstellung des Abschnittes 5 sind noch einige Maßnahmen auszuführen. Die Markierungsarbeiten sind abgeschlossen, die Montage der Leiteinrichtungen läuft auf Hochtouren. Des Weiteren wird an der Errichtung von Lärm-, Kollisions- und Blendschutzwänden gearbeitet.
Man kann einschätzen, dass mit dem Bau der A 14 eine moderne Autobahnanlage entsteht, die den hohen Anforderungen des Umwelt- und Naturschutzes in vollem Maße gerecht wird. Zudem setzen ästhetisch ansprechende Gestaltungskonzepte für die Bauwerke bewusste Akzente.
Von der Bauvorbereitung, mit dem Einsatz der Archäologen, der Umverlegung von Leitungen und dem vorgezogenen Artenschutz - Gehölzrodung, Neuanpflanzung, Schaffung von Kleingewässern – sind knapp drei Jahre vergangen.
Für uns Straßen- und Verkehrsbauingenieure aus Sachsen-Anhalt war es eine Informationsveranstaltung von hohem Wert. Aufkommende Fragen wurden durch die Herren der Bauoberleitung und Bauüberwachung fachgerecht und äußerst kompetent beantwortet. Diese äußerten sich zudem sehr positiv über die hohe Qualität der ausgeführten Arbeiten und über die gute Zusammenarbeit mit den bauausführenden Firmen.
So könnte man auch in Sachsen-Anhalt vorankommen. Die Notwendigkeit der Nordverlängerung A 14 ist längst nicht mehr in Frage zu stellen. An der Umsetzung der Pläne und auszuführenden Bauarbeiten, könnten wir - als Straßen- und Verkehrsbauingenieure - direkten Anteil haben.
Bevor wir den Nachmittag im Gasthaus Dahse in Glövzin bei Fachgesprächen in gemütlicher Atmosphäre ausklingen ließen, bedankte sich Roland Lüdtke, im Namen des Vorstandes der VSVI, BG Altmark, bei den Herren Schütt und Memm für die Ausführungen zum Bau des Abschnittes 5 der A 14 Nordverlängerung im Land Brandenburg. Dazu gab es - passend zum Thema – ein Buchpräsent mit dem Titel „Sachsen-Anhalt baut“.

Vorstand der VSVI BG Altmark

i.A. Astrid Böhning

altmark/IMG_2292-Treffpunkt.JPGaltmark/IMG_2302-unter Grünspange.JPGaltmark/IMG_2303-Montage Leiteinr.JPGaltmark/IMG_2308-Fachgespräche.JPGaltmark/IMG_2314-A14 mit Grünbrücke.JPGaltmark/IMG_2344-am Betonkreisel.JPGaltmark/IMG_2349-Danke.JPGaltmark/IMG_2352-Gruppe.JPGaltmark/IMG_2809-Brücke-Löcknitztal+B5-links.jpgaltmark/IMG_2825-Brückenflügelmauer.jpgaltmark/IMG_2828-Brücke-oben-mit-Wiwe.jpgaltmark/IMG_2843-Geisterfahrer.jpg